Südwestpresse. 10.04

RASANTE LÄUFE AUF WOHLIGER BASIS

von Helga Widmaier

Ein großartiger Auftakt der Herbst-Winter-Konzertsaison gelang der " Jazzmission" Schwäbisch Gmünd. Wer sich am Samstagabend den Weg durch den Regen ins KKF bahnte, erlebte einen swingenden Jazzabend der Superlative. Zu Gast: Claus Koch & The Boperators

Die musikalischen Wurzeln im Bop klingen nicht nur im Namen an. Die ausschließlich eigenen Kompositionen von Bandleader Claus Koch verleugnen ihre Herkunft nicht und emanzipieren sich dennoch zu einem unverwechselbaren eigenen Stil. Bereits die ersten Töne von "Automatic Flip", konzentriert , präzise gesetzt, nehmen das Publikum gefangen und wecken Erwartungen für einen spannungsvollen Abend.

Die werden dann auch voll eingelöst. Nach dem ruhigen "Moonstruck" zieht die Combo sofort wieder an. Bassist Wolfgang Kriener sorgt nicht nur für den groovenden Untergrund, er agiert auch auch bei einigen Stücken als Hintergrundvokalist. Komplettiert werden die Rhythmusinstrumente von einem großartigen Michael Keul am Schlagzeug und dem nicht minder ausgezeichneten Pianisten Michael Flügel.

Saxophonist Claus Koch liebt den tiefen vollen und warmen Sound seines Instruments. Den harmonischen Wohlklang goutiert auch das Jazzpublikum. Ralf Hesse an der Trompete mit Soli zu erleben, ein Genuss. Unvergleichlich das Zusammenspiel von Trompete und Saxophon nach den Alleingängen. Die solistischen Höhenflüge sind kurze Ausflüge eines Instruments die vom Quintett wieder eingefangen werden.

Einen Rythmenwechsel bringt das lateinamerikanisch flotte "Sister Susi". Im Wechsel greifen Trompete und Saxophon das Thema von "Snooki-ing auf". In "Dubravka´s Delight" übernimmt das Piano die Melodie von den Bläsern und führt die Melodie fort. Der Bassist zupft die Saiten und lässt die Stimmbänder vibrieren. Eine romantische Note bringt  eine Ballade , natürlich aus der Feder von Claus Koch.

Mit rasanten Läufen gehen die Boperators in die Schlussoffensive mit "Boogaloo in Blue". Der Blues "Lazy Daisy" rundet das vielseitige Repertoire ab. Mit einem Tribut an Dizzy Gillespie als Zugabe, der einzigen nicht eigenen Komposition dieses Abends " A Night In Tuisia", entlassen die Boperators ihre begeisterten Zuhörer in die nasse Nacht.