WIE AUS EINEM GUSS

Freisinger SZ 15.10.04

 Claus Koch & The Boperators erwiesen sich als Live-Act der Extraklasse

 Moosburg. So viele Scheine waren wohl noch nie in der Gitarre. Im Jazzclub Hirsch macht regelmäßig der Klangkörper einer ausrangierten Gitarre die Runde. Die Jazzfans geben Geld für Getränke oder Benzin. Die Bands schätzen die kleine Aufbesserung der Gage durchaus. Noch dazu wenn so eine stolze Summe wie bei den Boperators zusammen kommt.

Bandleader Claus Koch verstand das " Trinkgeld" als Ergebnis eines gelungenen Auftritts. Das konnte er auch, die Boperators erwiesen sich als Live-Act der Extraklasse. Jeder Musiker hatte für sich geglänzt, die Formation hatte gegen Ende des 1. Sets souligen jazz aus den 60er jahrem zelebriert. Ein lässiger Groove machte sich im "Hirschen" breit. Mehr noch die Boperators klangen nach Lounge-Musik.

Sie stimmtem einen Sound an der wie geschaffen dafür war von Club-DJs mit geraden Beats unterlegt zu werden. Großen Anteil an diesem Eindruck hatten die knappen Gesten Pianist Claus Raible. Der kommentierte die schnittigen Phrasierungen seiner Frontleute mit gut getimten, beidhändigen Anschlägen. Fingerspitzengefühl ließ auch Bassist Wolfgang Kriener erkennen. Der Tieftöner verfolgte eine strenge Linie, sorgte rein akustisch für volle Bässe. Drummer Michael Keul rührte indessen eine Mischung aus Bossa- Rhythmus und betont beiläufigem Beckenspiel an. Die beiden Blechbläser Claus Koch (ts) und Ralf hesse (tp) steißen zu allem Überfluss gemeinsam in ihre Hörner, was dem Stück Drive und Dynamik verlieh. Der Boden war bereitet, die Band hatte sich eine Pause verdient.

Der Ausflug in die wunderbare Welt des Bar-Jazz sollte jedoch ein Intermezzo bleiben. Im zweiten Anlauf wandte sich die Band ernsthafteren Dingen zu. Sie zeigte alle Qualitäten einer Bebop -Combo. Ein Terrain, das Bandleader Claus Koch und seine Begleiter nicht weniger souverän beherschten. Lautmalerische Harmonien, geplättete Quinten bestimmtem fortan das Geschehen auf der Bühne.

Die Musiker spielten sich in Rage. Wahlweise drängten sich Koch und Hesse in den Vordergrund. Bassist Wolfgang Kriener ließ mit einem vokalisierten Solo aufhorschen. Raible setzte von Zeit zu Zeit zu einem seiner unvergleichlichen Zwischenspiel an. Fehlte nur noch eine gefühlvolle Ballade und das Spektrum war abgedeckt. Eine Band wie aus einem Guss